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Case Report - Bilateral rehabilitation with zirconia implants
Dr Wolfgang Winges

Case Report - Bilaterale Rehabilitation mit Zirkon-Implantaten

Dr. med. dent. Wolfgang Winges

Curriculum vitae

Dr. Winges ist seit 1988 als Zahnarzt in der hessischen Region Bad Hersfeld tätig und Mitinhaber der Praxis Winges und Caselitz.  Außerdem ist er Miterfinder des Zahnimplantatsystems Patent™.  Seine Praxis hat sich der Zahnheilkunde verschrieben:
•  Allgemeine Zahnheilkunde
• Implantologie & metallfreie Restaurationen  
• Parodontal-Therapie

Darüber hinaus ist er Dozent und Ausbilder für Themen aus dem Bereich der Implantologie und Chirurgie.

Einleitung

Die 36-jährige Patientin stellte sich erstmalig im Mai 2019 in der Praxis vor. Beide Kiefer waren zu diesem Zeitpunkt mit herausnehmbaren Modellgussprothesen versorgt

Diese wurden selten getragen, da sich immer wieder rezidivierende Schleimhautentzündungen und Druckstellen entwickelten.

 Der Wunsch der Patientin nach festsitzendem Zahnersatz, auch im Hinblick auf ihr Alter, war sehr ausgeprägt. 

Aufgrund der nachgewiesenen Metallunverträglichkeit war eine Therapie mit Titanimplantaten kontraindiziert und wurde von der Patientin ausdrücklich abgelehnt. 

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Dr. med. dent. Wolfgang Wings

Gerwigstraße 4,36251 Bad Hersfeld www.dr-winges.de

Telephone +43 664 9127454 praxis@dr-winges.de

12 , 2020

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Abb. 1:

Präoperative Planung mittels OPG-Aufnahme.


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Abb. 2:

Zahnstatus vom 20. Mai 2019. 

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Abb. 3:

OPG zum Zeitpunkt der Implantation.


Therapie

Nach Entfernung der stark schmerzempfi ndlichen Zähne 15, 34 und 37, Ozonierung der Extraktionsalveolen sowie der Wundheilung erfolgte die weitere Behandlungsplanung.

Der durchgeführte DNS-Markerkeimtest (Hain Lifescience) zeigte eine deutliche Keimbelastung im grünen Komplex. 

Eine adäquate Antibiose über sieben Tage, dreimal täglich 500 mg Amoxicillin, verbesserte die orale Mundfl ora deutlich und reduzierte die bakteriellen Entzündungen signifikant. 

Planung

Neben Situationsmodellen wurde ein OPG zur Planung herangezogen. Aufgrund der ausgesprochen guten Restknochensituation konnte auf eine DVTDiagnostik verzichtet werden.

Bei stark reduziertem und unklarem Knochenangebot ist eine dreidimensionale Diagnostik jedoch unumgänglich

Die Notwendigkeit, den VitaminD Spiegel vor einer Keramikimplantattherapie zu bestimmen, wird kontrovers diskutiert

In der Praxis des Behandlers wird grundsätzlich eine Chairside Messung des VitaminDSpiegels durchgeführt Zur Anwendung kommt der Vitality Health Check

Es wird ein Wert von 50 ng/ml angestrebt. Bei niedrigeren Werten muss eine Substitution mit Vitamin D3 erfolgen  sinnvollerweise drei Wochen präoperativ sowie eine Woche nach der Operation.

In diesem Fall wies die Patientin mit 64 ng/ml einen guten VitaminDGehalt auf.

Implantat Therapie

Nach der Einheilung der Implantate wurden Modell und Röntgenanalysen für die Bereiche 16, 15, 46, 45, 26 sowie 34 und 36 durchgeführt und geplant, um Keramikimplantate zu inserieren. 

Das hier gewählte zweiteilige Implantatsystem (Patent™, Zircon Medical) verfügt über langfriste klinische Studien und bringt viele Vorteile für eine umfassende Rehabilitation mit. Das patentierte Herstellungsverfahren gewährleistet einen starken und langlebigen Implantatkörper. Aufgrund dieses Herstellungsverfahrens ist die Oberflächenrauigkeit einzigartig unter den Keramikimplantaten, hydrophil und ermöglicht eine vorhersagbare Osseointegration. 

Darüber hinaus ermöglicht das Design auf Gewebeebene mit integriertem Abutment und einem Glasfaserpfosten, eine reine metallfreie Rehabilitation und den Zugang zur Schnittstelle zwischen Krone und Implantat für eine einfache häusliche Pflege und Hygiene. 

Nach ausführlicher Aufklärung erfolgte die Operation im Februar 2020 unter Lokalänasthesie (Ubistesin 1 : 100.000, 3M ESPE).

Da die Patientin über eine sehr breitbasige fixierte Gingiva verfügt, war es möglich, den Primäreingriff minimalinvasiv, nur mit Schleimhautstanze, durchzuführen.

Dabei ist unbedingt darauf zu achten

den Durchmesser der Stanze immer eine Nummer größer als den Implantatdurchmesser zu wählen. Dadurch wird die Kontamination der rauen Implantatoberfäche durch Bindegewebesanteile verhindert.

Bei reduziertem Knochen sowie Schleimhautangebot ist allerdings die klassische Vorgehensweise mit der Bildung eines Mukoperiostlappens angezeigt. 

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Abb. 4:

Restaurationen im oberen und unteren rechten Seitenzahnbereich 

 

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Abb. 5:

in Okklusion.

 

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Figure 6:
 Röntgenkontrollaufnahme der Restaurationen im rechten Seitenzahnbereich 


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Abb. 7:

Restaurationen im oberen und unteren linken Seitenzahnbereich. 


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Abb. 8:

 in Okklusion.

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Abb. 9:

Röntgenkontrollaufnahmen der Restaurationen im linken Seitenzahnbereich. 


OP

Es erfolgte die Insertion der Implantate in Regio 16, 15 (Durchmesser 5,0 mm; Länge 11 mm) sowie in Regio 34 bis 36 und 45, 46 (Durchmesser 4,5 mm; Länge 11 mm). Ein individuelles Implantat wurde in Regio 26 inseriert (Durchmesser 6,0 mm; Länge 9 mm). Das Eindrehmoment betrug bei allen Implantaten 35 Ncm.

Um eine höhere Primärstabilität im Oberkiefer zu erzielen, gerade bei Knochenqualitäten von D3D4, wurde auf den letzten Bohrer bewusst verzichtet (Underdrilling)

Die postoperative Röntgenkontrolle zeigte einen achsengerechten Sitz der Implantate.

Die Patientin wurde angewiesen, in den nächsten Tagen nur weiche Kost zu sich zu nehmen. Die Wundreinigung erfolgte mit einer sehr weichen Wundzahnbürste und CHX.

Die Wundkontrolle im März 2020 zeigte keine Auffälligkeiten, die Patientin war beschwerdefrei.

Der Behandler führt grundsätzlich, zum Nachweis einer erfolgreichen Osseointegration, nach zehn Wochen einen Periotest (Medizintechnik Gulden) durch.

Die Patientin wies hierbei Minuswerte an allen Implantaten von 1,9 bis 6,9 auf. Dabei zeigten sich im Oberkiefer etwas niedrigere Werte. Alle Implantate waren erfolgreich osseointegriert. 

Prothetik

Die prophetische Versorgung erfolgte im Juni 2020 mit dem Einkleben der Fiberglasstifte in die 3C-Verbindung der Implantate. Hierfür wurde ein dualhärtendes, selbst-adhäsives Komposit-Befestigungszement (RelyX Unicem, 3M ESPE) verwendet. Dieser Kleber gewährleistet enorm hohe Festigkeitswerte. 

Die Versorgung der Implantate kann auf folgende Art und Weise erfolgen: 

1. Einkleben der Fiberglasstifte und Präparation nach bekannten Regeln  nachfolgend die Abformung 

2. Direkte Abformung der 3C-Verbindung , Beschleifen der Fiberglasstifte im Labor und Anfertigung des Zahnersatzes  simultanes Einkleben von Stift und Zahnersatz 

3. Scannen der 3C-Verbindung und weiteres Vorgehen im Labor 

In dem hier beschriebenen Fall wurden alle Fiberglasstifte quadrantenweise eingeklebt und beschliffen. Die Abformung erfolgte mit individuellen Abformlöffeln.Die Kronen und die Brücke wurden aus Zirkoniumdioxid (priti® multidisc ZrO2 High Translucent, pritidenta) hergestellt.

Das hier verwendete Material zeichnet sich durch eine deutlich geringere Biegefestigkeit von > 650 MPa aus und ist optimal für die Versorgung von Keramkimplantaten geeignet

Bei der Herstellung wird sehr auf kontaktfreie mesiale und distale Randleisten geachtet. Des Weiteren werden Zentrikkontakte angestrebt. 

Nach Farbanprobe und Okklusionskontrolle konnte der Zahnersatz mit dem Kompositmaterial (RelyX Unicem, 3M ESPE) eingeklebt werden. Hierbei erleichtert die epigingivale Lage des Kronenrands die Entfernung überschüssigen Klebers enorm.

Die Behandlung der Patientin wurde mit dem Eingliedern einer Schutzschiene für die Nacht abgeschlossen.

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Abb. 10:

Röntgenkontrollaufnahme der posterioren Restaurationen unten links.  

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Abb. 11:

Okklusale Ansicht der Oberkieferrestaurationen. 

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Abb. 12:

Okklusale Ansicht der Unterkieferrestaurationen. 

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Abb.13:

Abschließende OPG-Aufnahme. 


Case Report - Individualized Single Tooth
Dr Sebastian Horvath, Germany

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